Rot-schwarzer Masken-Käfer: Die Feuerwanze

(pyrrhocoris apterus)
 
       
 

Makroaufnahmen der Feuerwanze (2006)

Kommentar zu den Photos

Virtuelle Animation: Feuerwanze in der Möbius Schlaufe

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kommentar:

Die Photos entstanden im April 2006. Die Käfer kamen hervor und suchten die Sonne, wie auf dem letzten Bild, bei der grossen Versammlung am Baumstamm.

Da war auch schon Paarungszeit. Die Käfer verbinden sich mit ihren Hinterteilen. Auf einigen Photos ist dies gut zu erkennen. Die Verbindung dauert mindestens mehrere Stunden und ist sehr stabil. So muss zur Fortbewegung der eine Partner rückwärts gehen. Mehrmals habe ich beobachtet, dass beim Klettern der hintere Partner keinen Halt mehr fand und frei in der Luft schwebte, gehalten allein durch die geschlechtliche Verbindung.
Paarungen kann man auch im Juli noch beobachten. Dann sind auch Jungtiere zu sehen. Sie sind ganz rot und haben noch keine schwarze Zeichnung.

Die Kaefer sind gar nicht einfach zu photographieren, da man mit dem Objektiv sehr nah ran muss, weil sie so klein sind. Doch sie sind menschenscheu. Kommt man ihnen näher als einen halben Meter, suchen sie sehr schnell Deckung in Mauerritzen, Laub oder Geäst.
Normalerweise bewegen sie sich eher mit gemässigtem Tempo und sonnen sich gerne an der Wärme. Sie können aber erstaunlich schnell sein, bei Gefahr oder wenn sie einen Geschlechtspartner finden, dieser aber davon rennt. Die grosse Versammlung beispielsweise (letztes Bild) löste sich nach dem ersten Photo sehr schnell auf und ich musste mich mit dem leicht unscharfen Bild zufrieden geben, eine so grosse Ansammlung sah ich nicht mehr.

Noch eine Beobachtung zum Paarungsakt: Findet ein Männchen ein paarungswilliges Weibchen, d.h. eines das nicht davon rennt, versucht er auf den Rücken des Weibchens zu klettern, wie man das von verschiedenen Tieren kennt. Trotz intensivem bezirzen mit Fühlern und Beinen klappt es auf diese Weise nicht so richtig. Das Weibchen muss zuerst auf den Rücken gedreht werden. Bauch auf Bauch geht es nach intensivem Liebesspiel meist besser. Ist eine Verbindung zustande gekommen, versuchen beide auf wieder auf den Füssen ihren Weg zu gehen. Weil die Verbindung aber sehr stabil und dauerhaft ist, muss der eine dann eben rückwärts krabbeln. Der Geschlechtsakt dauert Stunden und beim rumklettern in steilem oder überhängendem Gelände kann es schon mal passieren, dass der eine Partner abrutscht und nur durch die Geschlechtsteile verbunden vom anderen Partner gehalten werden kann. Ob es jeweils das Weibchen oder Männchen ist, konnte ich nicht so genau erkennen.

Noch eine Bemerkung zum Bild "Käfer mit Kugel", das mich immer wieder an den Film "a bug's live" erinnert (einer der ersten voll digital erstellten Spielfilme von Pixar für Walt Disney). Der Käfer hat die Kugel zuerst ziemlich lange betastet. Das gab mir Zeit ein scharfes Bild aus nächster Nähe zu knipsen (Das mit dem Autofokus ist eben so eine Sache. Der funktioniert in solchen Situationen kaum und das manuelle Einstellen gestaltet sich mit dem kleinen Display im Sonnenlicht auf dem Bauch liegend auch nicht gerade einfach. Denn die Tiefenschärfe beträgt nur wenige Millimeter). Später hat der Käfer dann die Kugel aufgehoben und in sein Versteck mitgenommen. Das war ein gewaltiger Anblick, den ich aus den genannten Gründen nicht photographisch festhalten konnte.

Grösse der Tiere: ca. 1cm

 
10. Juli 2006, Andi Bösch, cybervisuals.ch
 
 

Ergänzung:

Diese auffälligen Käfer sind nun auch ein Jahr später wieder unterwegs in meinem Garten und lenken manchmal meine Aufmerksamkeit auf sich.Sie sind heuer nicht so zahlreich wie letztes Jahr. Verständlich, war es jetzt auch noch im Juli so kalt, dass ich meinen Ofen einfeuern musste.

Zeit, mal auf dem Internet mehr über Namen und Weiteres zu erfahren. Ich bin nicht gerade Biologe und auch sonst hat mir niemand was genaueres über dieses Lebewesen sagen können. Doch jetzt ist es klar, es handelt sich um die "Gemeine Feuerwanze" (Pyrrhocoris apterus. Im Volksmund auch Feuerkäfer genannt.).

Übersicht Feuerwanze bei Wikipedia:  http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwanze

Nachdem ich da nun einiges gelesen habe erstaunt mich folgendes nicht:

Der Geschlechtsakt dieser Käfer ist ja wirklich speziell (siehe Beschreibung oben). Noch bei keinem anderen Insekt konnte ich diesen so einfach und gut beochbachten. Deshalb verwundert es mich eben nicht, dass gerade an diesem Insekt erstmals die geschlechtsbestimmenden X und Y Chrosomen entdeckt wurden, obwohl forschungstechnisch nicht ein direkter Zusammenhang besteht.

Entdeckung des X-Chromosoms: http://www.dev-biologie.de/grundlagen/x-chromosom/x-chromosom.htm

Eine weitere Übersicht zur Feuerwanze: http://www.ginkgo-web.de/streifzug/pyrrhocoris/pyrrhocoris.htm

 

17. Juli 2007, Andi Bösch, cybervisuals.ch

 

Und hier meine virtuelle Feuerwanzen Möbiusschlaufenanimation in 3D:

 

Mehr Animationen zum Möbius Band von cybervisuals bei youtube

http://uk.youtube.com/cybervisuals